Simon Beyeler – Der König tritt an, seinen Titel zu verteidigen

Markus Roth

Er hat schon alles gewonnen, was es im Armbrustsport zu gewinnen gibt. Er war Weltmeister, Weltrekordhalter, Schweizermeister – und vor vier Jahren zum zweiten mal Eidg. Schützenkönig; der höchste in der Armbrustschweiz zu vergebende Titel. Und diesen will Simon Beyeler (Schwarzenburg/BE) in diesem Jahr am 19. Juli am Eidg. Armbrustschützenfest 2026 in Weesen verteidigen und erneut erobern.

«Wir gratulieren Simon Beyeler zum Titelgewinn Gewinn «Eidgenössischer Schützenkönig Armbrust 30m 2022»!» hallte es am 17. Juli 2022 über die Lautsprecher der Schiessanlage des Eidg. Armbrustschützenfestes (EASF) 2022 in Neuwilen/TG.

Simon Beyeler (Schwarzenburg) hatte gerade eben den spannenden Finalwettkampf für sich entscheiden können und das Kunststück fertig gebracht, sich nach 2011 (EASF in Unterägeri/ZG) zum zweiten mal in seiner beeindruckenden Karriere zum Eidg. Armbrust-Schützenkönig küren zu lassen.

«Natürlich werden mir beide Königstitel von 2022 und 2011 in besonderer Erinnerung bleiben.»
Simon Beyeler (Schwarzenburg/BE): Eidg. Armbrust-Schützenkönig 2022

Der Titelgewinn von Beyeler war für die Armbrustwelt keine Überraschung, stand er doch in den vergangenen Jahren immer wieder auf dem Schützenkönig-Podest. «Natürlich werden mir beiden Königstitel von 2022 und 2011 in besonderer Erinnerung bleiben und sie gehören zu meinen schönsten Erinnerungen meiner Armbrust-Karriere.» erklärt Beyeler und ergänzt stolz: «Aber zu meinen schönsten Erlebnissen gehört der Schützenkönig-Ausstich 2006 in Ettiswil/LU, bei dem sich meine Schwester Irène als erste Frau in der Geschichte des Schweizer Armbrustsports als Schützenkönigin feiern lassen konnte und ich mich neben ihr über meinen zweiten Platz freuen durfte!». Diese Aussage ist typisch für den sympathischen und bescheidenen 44-jährigen Sportschützen, der sich nicht nur in Armbrustkreisen einen Namen gemacht hat.

Begeisterung früh geweckt

Die Familie Beyeler ist für ihre Schiesssportbegeisterung bekannt. Und so ist es nicht verwunderlich, dass sich auch der damals zwölfjährige Simon für diesen Sport interessierte. «Mein Vater hat es mir aber nicht erlaubt, mich mit zwölf Jahren bereits hinter das Sturmgewehr zu legen.» erinnert sich Beyeler lachend. «Aber er hat meinen Wunsch verstanden und mich kurzerhand bei den Armbrustschützen Schwarzenburg an den 30m-Nachwuchskurs angemeldet.».

Die Teilnahme am Nachwuchskurs hat Beyeler sehr schnell bestätigt, dass er seine Passion gefunden hat. «Einzig, dass ich den Schiesssport in der Winterpause nicht ausüben konnte, hat mich etwas gestört.» erklärt Beyeler und ergänzt schmunzelnd: «Aber auch hier wusste mir mein Vater zu helfen und so kam es, dass ich in den Wintermonaten mein neues Hobby mit dem Gewehr auf die 10m-Distanz bei den Sportschützen in Tafers ausüben konnte.».

«Mein Vater hat meinen Wunsch verstanden und mich kurzerhand bei den Armbrustschützen Schwarzenburg an den 30m-Nachwuchskurs angemeldet.»

Die Begeisterung für das Armbrustschiessen ist bis heute geblieben und er erzählt: «Was mich beim Armbrustschiessen besonders fasziniert ist der Umstand, dass einem der Rhythmus aufgezwungen wird und man dadurch irgendwie auch extrem «fremdgesteuert» ist. Nach jedem Schuss musst Du warten, bis die Scheibe wieder bei Dir ist. Du musst den Pfeil entfernen, die Scheibe neu ausfahren und die Armbrust für den nächsten Schuss erneut spannen. Dies ist sehr anspruchsvoll und beim Gewehrschiessen nicht der Fall. Dort kann ich meinen eigenen Schiess-Rhythmus selbst bestimmen.».

2011: Irène Beyeler (Mitte) als erste Eidg. Schützenkönigin vor Bruder Simon und Monika Zahnd.
Simon Beyeler gehört seit vielen Jahren zur nationalen und internationalen Spitze des Schiesssports.

Palmarès der Sonderklasse

Es würde Bücher füllen, alle schiesssportlichen Erfolge von Simon Beyeler aufzuzeigen. Beyeler hat mit dem Kleinkaliber-Gewehr (50m) und dem Luftgewehr (10m) an den Olympischen Spielen in Peking (2008) und London (2012) teilgenommen und er erinnert sich ebenso sehr gerne an den Weltcup in Fort Benning (USA), an dem er mit dem Kleinkalibergewehr (50m) mit 1181 Punkten den 3-Stellung-Schweizerrekord knacken konnte.

Unzählige internationale und nationale Wettkämpfe hat er bestritten, mit seiner Teilnahme bereichert und erfolgreich und mehr als nur einmal mit Medaillen- und Titelgewinnen abgeschlossen.

«Damals bin ich mit dem klaren Ziel angetreten, endlich den Weltmeister-Titel zu holen.»

«Ich erinnere mich auch sehr gut und gerne an die Armbrust-Weltmeisterschaften 2008 in Sulgen/TG. Damals bin ich mit dem klaren Ziel angetreten, endlich den Weltmeister-Titel zu holen.» erzählt der frühere Inhaber aller Armbrust-Weltrekorde mit Begeisterung in den Augen. Dieses Ziel hat Beyeler dann auch erreicht und übertroffen. Den Kniend-Wettkampf schloss er mit Gold, den Stehend-Wettkampf mit Bronze und die Gesamtwertung nochmals mit Gold ab und konnte sich damit als Doppelweltmeister Armbrust 30m feiern lassen. Dieser Medaillenreigen wurde durch Team-Gold (30m) und Team-Silber (10m) ergänzt.

Erfahrener Titelverteidiger

Simon Beyeler hat schon mehrfach bewiesen, dass er weiss, wie man einen Titel erfolgreich verteidigt.

Das letzte Beispiel ist brandaktuell! Nachdem er im März 2025 den Schweizermeistertitel mit dem Luftgewehr (10m) mehr oder weniger überraschend gewinnen konnte, war sein Ziel für die Meisterschaften im März 2026 klar. «Den Titel wollte ich verteidigen und damit meine Leistungen vom Vorjahr bestätigen. Also habe ich mich mit gezieltem und intensivem Training vorbereitet und bin hochkonzentriert in den Wettkampf gestartet. Zu jedem einzelnen Schuss habe ich Sorge getragen – und zum Schluss hat es funktioniert.» erzählt Beyeler sichtlich stolz.

Das Ziel für das Eidgenössische ist klar

Für Beyeler ist klar, dass er am Eidg. Armbrustschützenfest, das vom 09.-19. Juli in Weesen ausgetragen wird, dabei sein will und er hat seine Anmeldung bereits platziert.

Und er formuliert ein klares Ziel: «Ich trete an, weil ich den Schützenkönig-Titel verteidigen will.» Um dieses Ziel zu erreichen, hat er sein Armbrust-Training intensiviert und er erklärt: «Mein Zeitmanagement lässt es derzeit nicht zu, dass ich sehr oft im Armbruststand anzutreffen bin. Aber ich achte darauf, qualitativ hochstehende Trainingseinheiten zu absolvieren.».

Ob er die Schweizermeisterschaften, die ebenfalls im Rahmen des EASF-2026 ausgetragen werden, bestreiten wird, weiss er noch nicht. «Es könnte sein, dass dies dann zu viel ist. Mein Fokus ist der Schützenkönig-Ausstich. Alles andere ist «Beilage»», erklärt Beyeler mit einem verschmitzten Lächeln im Gesicht.

Beyelers Vorfreude auf das Eidgenössische in Weesen ist gross: «Ich freue mich auf interessante Begegnungen, gute Gespräche und das Zusammensein mit der tollen Schweizer Armbrustfamilie. Ich bin stolz und glücklich, ein Teil dieser Familie zu sein. Die Armbrustschützen sind einfach ein cooles Volk!»

Und so darf man gespannt sein, welcher Name am 19. Juli über die Lautsprecher ausgerufen werden wird, wenn dann der neue Schützenkönig oder die neue Schützenkönigin verkündet wird. Die Konkurrenz ist stark und wird alles daran setzen, Simon Beyeler einen Strich durch die Rechnung zu machen. Aber allen ist klar: Simon Beyeler gehört zum engsten Kreis der Titelanwärter.

Neben seiner Karriere als Spitzensportler war Simon Beyeler bei mehreren Olympischen Spielen als Schiesssport-Experte für SRF im Einsatz.

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